Besonders wochenends tendiere ich aktuell zu längeren Läufen. Vermutlich kommt das durch die Lektüre von „Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede“ von Haruki Murakami – die Hälfte habe ich bereits durchgelesen. Dort beschreibt er sein Pensum, das beeindruckende zehn Kilometer am Tag im Schnitt beträgt, wie auch einige Beschreibungen der Orte, an denen er läuft (Griechenland, USA, Japen), sowie einige Schwierigkeiten, die er hat. Z. B. kenne ich auch von mir die irgendwann harten Waden besonders nach den langen Läufen, wo ich bei mir merke, daß der Körper einfach nach und nach erst an höhere Belastung gewöhnt werden muß.
Insgesamt sind aber die ganzen Beschreibungen für mich pure Inspiration, da aus der eigenen Praxis berichtet wird und damit meine eigene Erfahrung einen neuen Blickwinkel erhält.
Er beschreibt, daß er oft mit Musik läuft, was ich für mich nicht nachvollziehen kann, da die Naturerfahrung beim Laufen draußen für mich nie langweilig wird. Es ist nämlich immer anders, sei es die Tageszeit, das Wetter, die Jahreszeit, die Route oder einfach meine Konstitution, die jeden Lauf einzigartig macht.
Es ist faszinierend mitzuerleben, wie bei mir jetzt nach den vielen Kilometern das Laufen zur zweiten Natur geworden ist. Bei jedem Lauf dauert es eine gewisse Zeit, aber irgendwann drängen die Gedanken über Alltags-Erledigungen und Beschäftigungen in den Hintergrund, und übrig bleibt nur pure Bewegung in der Landschaft. Es ist, wie wenn da gar niemand mehr ist, sondern eben nur dieses Auf und Ab während Eindrücke vorbeiziehen.