Die neue Erfahrung des Barfußlaufens

Ich laufe hin und wieder komplett barfuß, das heißt sogar ohne Minimalschuhe. Nach einem Workshop der ®BAREFOOT ACADEMY wurde glasklar, daß sich nur so ein stimmiger Laufstil entwickeln kann – von der Basis her. Das heißt nicht, man sollte jetzt nie wieder mit Schuhen laufen, weil diese so schlecht wären. Es heißt nur: Wieder mehr Gefühl in die Beine bekommen, um mit dieser Sensitivität überhaupt erst wieder herausfinden zu können, welche Schuhe, Sandalen oder Minimalschuhe meinen natürlichen Laufstil unterstützen, und nicht verfälschen. Das kann man vorher gar nicht beurteilen, weil man sich ja schon lang nicht mehr barfußlaufend erfahren hat. 


Am besten ist aber natürlich, so viel und oft es geht, barfuß zu laufen. Was in Frühling und Sommer sicher angenehmer ist, als in Herbst und Winter. Trotzdem bin ich positiv überrascht: Selbst wenn es draußen nur knapp über 0°C ist, so läßt es sich aushalten! Der Fuß gewöhnt sich nach und nach an die Temperatur. Es ist wirklich nur eine Sache der Gewohnheit. Natürlich sollte es nicht übertrieben werden, denn es ist definitiv eine neue Erfahrung, an die man sich erst herantasten muß. Der Untergrund wirkt sich viel mehr auf das Laufverhalten aus, die glatten Asphalte werden rauem Untergrund und Pflaster bevorzugt, geschweige denn Kieswegen. Auch Laufen auf Rasen ist für den Anfang eher schwierig, weil der Boden zu sehr nachgibt. Da gilt es sich neu zu orientieren.


Ich habe bereits die Sensitivität erwähnt: Es ist doch sehr aufschlußreich, wie sich durch das Freigeben der Füße ein komplett neues Wahrnehmungsspektrum eröffnet: Genau wie die Hände so haben auch die Füße eine hohe Empfindlichkeitsdichte, und das wird durch diese neue Art der Belastung wiederbelebt. Auch durch das Aussetzen gegenüber der Kälte und Härte draußen bekommt das Wahrnehmungsspektrum wieder seinen vollen Horizont, d. h. die Füße erfahren nicht nur Weichheit und Wärme, sondern das Gesamtpaket an Wahrnehmung, was eindeutig belebt und wacher macht.